Teil 2: Antworten.
[Part 1: Expert at Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen Nr. 10. Wer wird schuld gewesen sein. Concept and room: Hannah Hurtzig.
(May 17th 2008), Wiener Festwochen, Vienna (A).]
Antwort:
„Ja, ich habe einen PENIS – ER hängt mir hinten bis zum Arsch HINABE.“
Antwort:
„Ja, denn es kann nur einen geben – Madonna Mia!“
Antwort:
„Ja, DAS habe ich schon IMMER GEWUSST. Das Wissen und das Gewusste steckt mir im Hirn und im Darm und aufgrund ihrer ähnlichen Morphologie, sind sie die wahre und natürliche und einzige Quelle der Lust, wie der Liebe und der Vermehrung. Ich war (und bin) bemüht die angeborene Leere
dieser Windungen auszufüllen – mit Gehalt: Die Bücher wurden immer mehr und dann wollte ich auch noch Erfahrung sammeln (denn meine Mutter hat immer gesagt, dass die Bücher NICHTS SIND und das nur durch die Erfahrung hindurch gelernt wird.). Heute bin ich reich an Erfahrungen und wenn Sie
einmal zu mir nach Hause kommen würden, dann könnten Sie sich davon überzeugen: Das Leben hängt an der Wand – es gibt nichts schöneres!“
Antwort:
„Ja, ich mag Oralsex nicht.“
Antwort:
„Ja, also für mich war das immer ganz normal – ganz normal immer und für immer und für immer und dann habe ich Gott gefragt: ‘Wie soll es weiter gehen?’ und Gott sprach: ‘Der Herr wird kommen.’ – da habe ich für immer einen Orgasmus gehabt und meine Familie war sehr zu frieden – denn sie ist tot.“
Antwort:
„JA, wenn dann die Resi mit der Huber Bäurin – aber das ist eine ganz andere Geschichte. Auch das: Der mit Dem. Oder: Der Eine und Die Eine. Da kann ich überhaupt nicht mit – und gewollt hätte ich das auch nie! Und ich möchte an dieser Stelle anmerken, daß die Definition ‘sexueller Präferenzen’ über den ‘biologischen Körper’ – und umgekehrt – jeglicher aktiven inneren wie äußeren Beschäftigung entbehrt! Und in dieser Hinsicht lehne ich eine Unschuldsvermutung ab: Es ist ein Hinarbeiten auf Stich mit Todesfolge.“
Antwort:
„Ja, ich habe gehört, dass wieder EINE gesagt hat, es gibt keine Transmaenner, weil die sind ja NUR Butches. Dies ist ein lustiges Spiel: Die Selbstauslöschung. Am schönsten spielt die Selbstauslöschung, wenn sie von den SpielerInn_en* gar nicht bemerkt wird, weil diese sich der Einbildungskraft hingeben, über andere zu sprechen und nicht über sich selbst.“
Antwort:
„Ja, heute in der früh wo ich so ein Ziehen gespürt habe in meinen Eiern, da war ich froh, dass ich keine (mehr) habe!“
Antwort:
„Ja, das hast Du nicht gewusst und geglaubt hast Du es auch nicht und auch möchtest Du es nicht glauben, dass Du hier ganz offiziell (und ich kann es Dir beweisen, denn ich HABE Beweise – 12 Stücke an der Zahl und jedes einzelne Stück hart erarbeitet) mit EINER GEISTESKRANKEN sprichst! Ich wünsche, dass dies aufregend für Dich ist! Für mich war es sehr aufregend. Und sehr anregend: ich habe ja so viele neue Erfahrungen gesammelt! Ach, was ich alles dazugelernt habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren! Jetzt bin ich so viel klüger! Denn Frauen sind klug und Männer Genies. Und ich bin klug und jetzt ein Genie. Nur damit DU Dich auskennst – mir brauche ich dies alles ja nicht zu erklären. Es ist nur um deinetwillen – und NICHT, wie du vielleicht annehmen könntest, (auch) UM MEINETWILLEN. Zurück zu meiner Ausbildung. Auf der Universität haben wir ja DARÜBER nichts gelernt. Ich glaube, dass war gut so! Auch weil SIE nichts gewusst haben und wenn sie etwas gewusst hätten, dann… Ich glaube heute das wäre nicht gut gegangen. Was hättest DU an meiner Stelle gemacht? Na, so weit musst du jetzt auch wieder nicht denken – lassen wir das. Du hast ja NUR ein Geschlecht und dieses ist ganz normal – ganz normal an Dir: Es haftet an Deiner Brust, die ein Busen ist, der ein Schwanz ist, der zwischen den Knien ist, die Du manchmal weit spreizt und dann dringt einer in Dich ein und Du denkst Dir, dass Dir ganz wohl sein sollte, aber dann hast Du wieder so stark menstruiert, dass Du nicht gewagt hast, zu fragen WARUM EIGENTLICH?“
Antwort:
„Ja, wir haben uns kennen gelernt. Es war eindeutig Liebe auf den ersten Blick! ER hat mich angeschaut – von ganz tief drinnen (vermutlich aus seinem Herzen heraus) – und ES hat sich für mich einfach richtig angefühlt! Ich habe das sofort gewusst: DAS ist für immer! Bestimmt hätte auch DER HERR uns zusammen führen können, aber wir haben uns auch ohne ihn bekannt gemacht. Vom Herrn wollten wir uns einfach nicht überfahren lassen und selbstverständlich auch von DENEN nicht: DIE NATUR. Irgendwie hat mich das einmal etwas traurig gestimmt, wie er zu mir (wo unsere Liebe doch
so geworden ist) gesagt hat – nein: geschrieben hat! – das er sich nicht natürlich genug fühlt und ob das ein Problem für mich ist. Ich habe keine Träne vergossen, aber es hat dennoch weh getan: Das er mir so kommt; so verschieden sind wir nun auch wieder nicht. Ich habe ihn mir daraufhin (denn ich wollte ihn trösten – und nicht mich) in den Arsch hineingeschoben und gesprochen: ‘Sieh dir alles genau an! Und wenn Du noch einmal die Natur in den Mund nimmst (nimm niemals nichts in den Mund, das vom Boden kommt!), dann lasse ich mich von Dir scheiden!’ Im Ernst: Das war der einzige Streit zwischen mir und meinem schwarzen Dildo (den ich mir in Amsterdam (im HUREN-Viertel (das es vielleicht bald nicht mehr gibt (wie das möglich sein soll?))) gekauft habe). Ansonsten verstehen wir uns ganz gut – ich glaube, er hat mich noch nie betrogen.“
Antwort:
„Ja, ich kann mir auch nicht vorstellen wie ihr DAS macht! Wie macht IHR DAS? Also ein Mann und eine Frau zusammen im Bett – das ist doch schon irgendwie eigentlich wider die Natur! Ich meine ja nur wo doch der Mann so einen großen Schwanz hat und der Frau ihr Geschlecht immer zu klein ist -
wie das zusammengehen soll?“
Antwort:
„Ja, mir graust es ein bisschen. Das ist aber gut so, denn da spüre ich dann, dass ich ja ganz bei mir bin. Und ich mag den Ekel! Es heißt, er sei ein Existenzialist! Geil, nicht? Ich trink meinen Kaffee in der Frühe auch immer schwarz und zieh an einer Zigarette dazu.“
Antwort:
„Ja, ich bin. Ach so meinst du das. Wenn ich mich über Beziehungen bespreche, ist mein Geschlecht dann leichter zuzuordnen? Mein Sternzeichen habe ich eben vergessen. Nun sehe ich es ganz deutlich: Der Centaur leuchtet vom Firmament! Jetzt brauchen Sie aber nicht zu glauben, dass ich keine stabilen Beziehungen habe! Nein – ich sollte das hier ganz anders anfangen – so wie es sich gehört: Ich suche die Liebe meines Lebens und die Kinder, die die meinen sind. Und dann werde ich mich für unsterblich halten. Es könnte aber auch dennoch etwas schief gehen.“
Antwort:
„Ja, einmal ist mir vor dem Kühlregal jemand begegnet. Auf den zweiten Blick, habe ich festgestellt, dass mich etwas bedrängt. Ich habe doch damals so viele Ängste gehabt – weil ich so jung war und mich gefragt habe, was ich den glauben soll, obwohl ich alles bereits gewusst habe – ja wirklich (auch
wenn Sie das jetzt angeberisch finden) – und genau diese Person vor dem Kühlregal war mein Albtraum. Na ja, ich bin dann später wo anders hingezogen und habe mein goldenes Glück versucht.“
Antwort:
„Ja, das bin ich – da auf diesem Photo. Ja tatsächlich – ich bin das, ja! Ja, so waren meine Haare früher. Na, ich war beim Friseur – das weißt du doch, was das ist, eine Frisörin?! Beweise? Okay – auf diesem Photo ist mein Gesicht nicht zu sehen – nein, ich habe kein anderes bei der Hand. Beweise?“
Antwort:
„Ja genau, diesen Raum soll ich nicht (mehr) betreten und diesen da nicht und den da auch nicht. Warum? Keine Ahnung.“
Erzählung: Amore die Liebe
Mit dem Pferd über den Stein
sagt sie ach schätzchen mein ohr war sofort ganz nass dann ist mein schweif an einem fliedergebüsch
hängen geblieben und wir konnten es gar nicht mehr treiben
an der nächsten biegung.
Mit dem Gravurstück über den Asphalt
holt sie ihren heraus und meint noch das alles alles wahnsinn ist geht einer vorbei der die rohre putzt
aber da habe ich nicht mehr hingeschaut weil wir wollten es ja
an der nächsten biegung.
In der Szene die Biegung:
die rosen, die rosse und die kavallerie
bedecken mit schmach und schande ihr pipi.
Unter der Muschelseide sind: eins zwei drei
schätzchen mein ohr war sofort ganz nass.
Filed under: liquid loft
Die Häutungen einer chinesischen Diva.
Salzburg – Die Liquid Lounge der Wiener Gruppe Liquid Loft (Chris Haring, Thomas Jelinek) und des Jin Xing Dance Theatre aus Schanghai nennt sich neckisch “lovely” …
26. Juni 2009, 17:32, der Standard.
Sommerszene: Auftakt in einer Lounge
Transgender-Tanzstories in lockerer Atmosphäre, aber ohne Tiefenschärfe…
Salzburger Nachrichten : Kultur / 27.06.2009.
Hype um „Geschlechtsidentität“, Transgender und Intersexualität. Diese Themen kommen mit der heurigen Sommerszene auch in Salzburg an – Wow…habe ich noch nicht genug davon an der Uni in Fach Queer Theory gehört… wenn’s da nur auch mal was unbekanntes zu hören gäbe, aber nein: einiges elitäres „beeindruckendes“ Fachvokabular (discourse!) und Quatsch, quatsch – mhm, mhm, ähmm. Müssen wir schon ein bisschen ins Kunstfestival mit reinpacken. Verkauft sich inzwischen ja auch gut und hat Trend-Wert in der Popkultur. Der Konnex zu dem Tanz-Part und integriertem Blockflötenspiel lässt sich schwer herstellen. Der Einsatz der Perücke übers Gesicht der Tänzerin nimmt wohl noch einen abschließenden Rekurs auf Geschlechterdekonstruktion, drag und Maskerade. Welches Gefühl hat diese Vorführung nur hinterlassen? Oh, jetzt sprechen sie wieder was intelligentes auf Englisch, aber ich muss mal was essen gehen…
( Live-Comment via Email: 25th of june. 8:40 pm. Vienna)
live@sommerszene salzburg
visit the stream here
>> http://thescreen.tv/ <<

(c)w.kirchner

(c)d.payr
Filed under: liquid loft
from the pre-opening evenings:
“…du fühlst dich ununterbrochen schlecht. sie fixieren dich. sie lächeln. und dann ziehen sie sich auch noch aus! “
( little red riding hood on 24th of june)“Manchmal wünsche ich mir, ich könnte so schreien.”
(E.Eberhard on 24th of june)” Sie entwickeln in 3 Stationen eine ungeheure Kraft.
Ein Ungeheuer.”
(R.Böhm on 24th of june)

(c) c.haring
Filed under: liquid loft
the iterating images and re/presentations of transgressing positions in film and media need to be re/evaluated a bit more. a bit more and better than mainstream media, celebrating their own tolerance, or in parts of the community, dreaming a sudden end of all discrimination. more often than not producers, directors, audience agree on most common denominators: on cliche. and here the spectrum comes somehow dry if not monochrome in three positions – the diva, the housewife, the whore. Myra Breckinridge (1970), The Transformation of Sulka (1981) Boys dont Cry (1999), Princesa (2001) still leave a bitter taste. what will rise bad blood in several other occasions is here served as “progress” – but still perpetuating stereotypes, images of “woman” alarming and outmoded. sorry to say, most of the time, noone even thinks on questioning these images. we’ll see here, whats the mental state of art, and its references to society…
KUNST, bildende, performative und trans-mediale, hat ihre eigene raum/zeit. sie ist un/abhängig von den machtökonomien, die durch ihre audio-visuellen repräsentationswerkzeuge den alltag dominieren. im “/” des un/abhängigseins liegt ihr potential, ihre kritikfähigkeit, der aufruf zu transgression und reflexion. jede arbeit ist eine ver/ handlung innerhalb der dynamik, die der “/” bewirkt. “transgression” schließt also immer auch eine identifikation mt der dominanten matrix mit ein. im sinne der auflösung binären denkens in richtung “multitude”, geht es also nicht um opposition, sondern um diese (ver-) handlungen, die die leerstellen in den machtsystemem bespielen. trans-gender ver/ handlungen sind hier beispielhaft, weil nur die (teilweise) identifikation mit der dominanten, heteronormativen matrix das gesellschaftliche, ökonomsche und sexuelle überleben sichern kann. kleidung, accessories, namen, wortwahl, gesten, berufe, zugehörigkeit zu gruppen und mitmischen an diskursen etc. unterliegen immerfort dem potential, aber auch dem (kapitalistschen) gebot der veränderung, also einer ständigen neu-konfiguration.es ist die aufgabe der kunst und ihrer rezipentInnen der kapitalistischen konsumentenfang-praxis des “create yourself (by shopping)” ein schnippchen zu schlagen und raum/zeiten für alternative. bewußtseins- und ver/ handlungsstrukturen mitzugestalten.

(c) w.kirchner

(c) w.kirchner
well, most agree, what is called “avantgarde” is seen, to resist all kind of repression in society. to resist all definitions and determinations of cultural codes. basically. to make visible, what is not seen yet. the blanks, the invisible, the ignored. to turn the inside out. in search of what really matters. if so, fine. but how to escape a discourse, which was never designed for your body? transgender position continue to fall through all cracks of formalities and language. and positions play off against each other: on the one hand we got daily life. in fact life or death. on the other escapist mental acrobatics, only those whos identity is not challenged yet, can afford. the border between theory and practice, those concerned and those not concerned is established. the binary system and its patterns of norm, normality and abnormality strengthened and stabilized thereby. and you transgress this now: how exactly?

(c) m.loizenbauer
Filed under: liquid loft | Tags: cultural codes, identity, jin xing dance theatre, liquid loft, transgression, undefined
liquid loft creates room. a liquid lounge. persons are moved. inside. sensitively. they talk about encoding, outfit, transgression, sound bytes, settings… they walk gently. almost levitating. no one steps in. no one stops the process. china is vast and this is too a good thing. the socialite, or shall we call her a lounge lizard, tells of winters in the private room. in the back Wan Tao is grinning. strangers are posing. divas are whispering secretly. things happening simultaneously, the performance escalates. one feels at ease…
start: 25th of june 2009. 7:00 pm. sommerszene salzburg